Archiv für November 2007

12.12. – Infoveranstaltung zu dem im Knast sitzenden Antifaschisten Christian aus Berlin

Infoveranstaltung zu dem im Knast sitzenden Antifaschisten Christian aus Berlin
19 Uhr in der SchwarzenKatze
Christian wurde am 1.Mai 2004 erstmals festgenommen und saß seitdem mehrmals in Untersuchungshaft. Da Christian immer noch im Knast sitzt informieren wir euch, mit einer Referentin aus Berlin, über die Hintergründe und den aktuellen Stand.

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Make up your mind“, die sich vorwiegend an Jugendliche richtet.
Weitere Infos unter makeupyourmind.blogsport.de

[aujah]- autonome Jugendantifa Hamburg

12.12. – Veranstaltung: „Die gefühlte Innere Sicherheit“

„Die gefühlte Innere Sicherheit“. Eine Veranstaltung im Rahmen der Antirepressionskampagne Hamburg, mit Thomas Ebermann, Erdmann Prömmel und Dr. Oliver Tolmein.
Mittwoch, 12.12.2007, 19:30 Uhr im Übel&Gefährlich

Im Zusammenhang mit dem diesjährigen G8-Gipfel in Heiligendamm kam es zu einer breit angelegten staatlichen Repressionswelle gegen linke Strukturen, Zusammenhänge und Einzelpersonen. Erklärt wurde dieses Vorgehen mit einem Kampf gegen den Terrorismus. Eingebettet in den fortschreitenden Umbau des bestehenden Rechtssystems, hin zu einer umfassenden, präventiv agierenden Justiz und Exekutive, wurde mit diesem Vorgehen nicht nur versucht, gezielt den Widerstand gegen den G8-Gipfel massiv einzuschränken und unabhängige antifaschistische Strukturen auszuforschen und lahmzulegen, sondern auch auszuloten, in wiefern die Einschränkungen und Ausserkraftsetzungen von bestehenden Grund- und persönlichen Freiheitsrechten überhaupt noch einen gesellschaftlichen Widerspruch hervorrufen. Dieser Umbau folgt einer Logik: die Aufrechterhaltung des Friedens mit den Verhältnissen im Inneren des Staates, die Beibehaltung des Schweigens als Konsens.

Dieser Umbau, seine Logik und die Gründe, sein Ablauf und seine (gewollten) Begleiterscheinungen sind Thema der Veranstaltung „Die gefühlte Innere Sicherheit“, durch die uns der Publizist Thomas Ebermann, der Kriminologe Erdmann Prömmel sowie der Rechtsanwalt und Publizist Oliver Tolmein führen werden.

Bundesweite Demo und Interventionsraum – Out of Control

Bundesweite Demo und Interventionsraum
Out of Control

*Out of Control ist global. Im bundesweiten Trend eines ungebremsten Sicherheitsdiskurses, hat sich Hamburg zu einer Hochburg autoritärer Formierung und sich polizeilicher Aufrüstung entwickelt. Das bundesweite Konstrukt gegen die militante Kampagne im Vorfeld des G8 hatte ebenso einen Focus in dieser Stadt, wie das Konzept der totalitären Einkesselung von Demonstrationen. Die Bilder vom sechsreihigen Polizeispalier während der Demo gegen den ASEM-Gipfel gingen um die Welt. Sie waren als Symbol gedacht und trugen eine repressive Botschaft: Zugunsten der staatlichen Ordnung und inneren Sicherheit werden ohne zu zögern rechtliche Minimalstandards außer Kraft gesetzt. Protest ist legitim wird allerorten beschworen, gleichzeitig aber auch unmissverständlich deutlich gemacht, dies ist nur der Fall, solange er den Ablauf des Protokolls nicht stört und wir uns an die Spielregeln halten. Diese Botschaft und die Abschaffung von rechtlichen Minimalstandards zugunsten staatlicher Kontrolle ist kein lokaler, sondern ein globaler Prozess der Aufrechterhaltung von bestehenden Herrschaftsordnungen. Der Widerstand gegen staatliche Repression und Obrigkeitsdenken ist weltweit der Ausgangspunkt und Beginn von emanzipatorischer Veränderung überhaupt. Und wir haben eine Menge zu verändern.
Zuallererst die Regeln des Spiels!
*Out of Control ist Solidarität. Wir gehen auf die Straße, weil FreundInnen von uns im Knast sitzen, weil wir SymphatisantInnen sind, weil wir abgehört und überwacht werden. Wir fordern die Freiheit der Inhaftierten aus dem linken Widerstand. Die Abschaffung des §129a und noch so eine Menge mehr. Wir wissen, Freiheit entsteht als kämpfende Bewegung. Im Streit untereinander und oft auch in notwendigen Brüchen. Mehr noch als alles andere aber im Bewusstsein einer kritischen Solidarität, die eigene Rollen hinterfragt und subjektive Wirklichkeiten in einer Welt der objektivierenden Normierung zulässt. Es gibt keine gemeinsame Linke, keine gemeinsame Vorstellung und Utopie. Es gibt uns aber als jene unzufriedenen Frustrierten, lustbetonten EinzelgängerInnen, streitlustigen Kollektive und eigenbrötlerischen Wahlverwandschaften, die sich immer wieder an Orten des Widerspruchs zusammenfinden. Unsere temporäre Gemeinsamkeit steht im Gegensatz zum Bestehenden. Wir wollen keine Reformen. Wenn schon dann echtes Aufbegehren. Wir wollen alles: Anders!
*Out of Control ist Ausbruchsstimmung. Wir wollen mit dieser bundesweit angelegten Mobilisierung nach Hamburg die Praxis der Spaliere, Auflagen und Wanderkessel durchbrechen. Nicht mit dem Kopf gegen die Wand sondern überall sein, uns zusammenfinden und ebenso schnell zerstreuen. Wir sind immer dort, wo die Bullen mit dem Rücken zu uns stehen. Immer außerhalb von Kesseln und Einschließungen, immer am Rande der restlichen, gleichzeitig weiterlaufenden Demonstration. Immer in Kontakt und Rufweite. Immer versucht, mehr zu werden und Eigendynamik zu entwickeln. Dieses Konzept lebt davon, dass wir mit den Freiräumen, die wir uns aneignen auch etwas anfangen. Wir haben einiges dazu im Kopf, aber wir sind uns ganz sicher, dass euch auch selber eine Menge und manches Überraschende dazu einfällt.
*Out of Control ist Bewegung. Ein Signalfeuer gegen Sicherheitswahn und den Überwachungsstaat. Wenn wir auf der Demo gehen, dann in Ketten. Wenn wir uns zerstreuen, dann flüchtig wie fünf Finger, um uns hinter Spalieren und Sperren wieder zu treffen. Die erste Regel lautet: Wir lassen uns nicht erwischen! Erfolg haben wir, wenn es uns gelingt genügend Schwerkraft zu entwickeln, immer wieder laut und aktiv zusammen zu finden. *Out of Control ist dabei nicht beliebig sondern konsequent. Geht am Anfang nicht alle in der Demo. Geht am Rand drumrum, vornweg oder hinterher. Seid dabei aktiv. Ihr alle seid die Demo. Achtet immer darauf, dass ein Teil von uns auch die Demo kraftvoll aufrechterhält.
*Out of Control ist keine normale Demonstration. Es ist neu und auf deine Teilnahme angewiesen. Es lebt von unserer Beweglichkeit und unserem Chaos, unserer Geschlossenheit und Entschlossenheit. Es wird zum Trend des Jahres oder der Flop des Jahrhunderts. Seid mit dabei. Unterstützt dieses Konzept. Bildet Gruppen, überlegt euch was und organisiert die völlige Dekonstruktion der polizeilichen Begleitung. Greift eure liebsten Gewohnheiten auf, macht was Neues draus, macht alles anders und seid Teil einer spektakulären Form von unkontrollierbarem Protest.
Laßt euch nicht erwischen!
Gegen Repression, Überwachungsstaat und §129a!
Für autonome Bewegungen und linksradikale Praxis!

AK Out of Control
Infos: www.regierung-stuerzen.de
Kontakt: wageninfo@gmx.de

13.12. -Veranstaltung: Sicherheitsarchitektur bei polizeilichen Großlagen

»Sicherheitsarchitektur bei polizeilichen Großlagen«um 19 Uhr in der Roten Flora
Risk Control, Internationale Polizeikooperation, Handhabung von Menschenmassen, neue Sicherheitstechnologie

In den letzten 3 Jahren hat es einen Schub zur Vernetzung und Kooperation internationaler Polizeibehörden gegeben. Europaweit werden Gesetze zu mehr Überwachung angeglichen. Neue Polizeiinstitute beraten über die Vernetzung von Datenbanken. Forschungsprogramme sollen Methoden entwickeln, um “sicherheitskritisches Verhalten” früh zu erkennen und diskret zu beseitigen. Auf überregionalen Konferenzen beraten sogenannte “Verbindungsbeamte” in “Closed door meetings” über grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Mehrere Institute bieten Beratung zur “Sicherheitsarchitektur” bei Gipfeltreffen oder Sportereignissen an. Ein zentrales Thema dabei ist die “Handhabung von Menschenmassen” (“Crowd Management”). Es gibt inoffizielle “Handbücher für Sicherheitsfragen” bei G8-Gipfeln.
Auf der Veranstaltung geben wir einen Überblick über die “Sicherheitszusammenarbeit” auf europäischer sowie internationaler Ebene. Mittels Vortragsmaterial des “Europäischen Polizeikongress” stellen wir neue Technologie, Institute und Konferenzen vor. Im Anschluss gibt es letzte Infos zur Demo vom 15.12. und dem in diesem Rahmen stattfindenden Demonstrationskonzept »Out of Control«. »Out of Control« ist keine Gruppe oder ein fertiges Konzept, sondern ein Label und Ereignisraum für Protestformen, die sich der begleitenden Sicherheitsarchitektur während Demonstrationen entziehen. »Out of Control« ist ein Teil der Demonstration, geht bewußt außerhalb von Polizeispalieren und ist ein Raum für Kunst, Kultur und autonome Praxis im Elchtest mit dem Sicherheitsstaat.

Im Rahmen der Mobilisierung zur bundesweiten Antireppressionsdemo am 15. Dezember 2007 in Hamburg und der Kampagne gegen den “11. Europäischen Polizeikongreß” vom 29.-30. Januar 2008 in Berlin.
Gipfelsoli Infogruppe [ Berlin ]
Out of Control [ Hamburg ]

28.11. – Veranstaltung: §129a – historische Hintergründe und Auswirkungen auf unsere heutige politische Praxis

§129a – historische Hintergründe und Auswirkungen auf unsere heutige politische Praxis
um 19 Uhr in der SchwarzenKatze
Der §129a hat in diesem Jahr für viel Wirbel in der linksradikalen Szene Hamburgs gesorgt. Mit dieser Veranstaltung wollen wir die geschichtlichen Hintergründe für die Schaffung des Paragraphen beleuchten und Auswirkungen auf unsere politische Arbeit untersuchen.

[aujah]- autonome Jugendantifa Hamburg
Mit Referent_innen der Roten Hilfe

Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Make up your mind“, die sich vorwiegend an Jugendliche richtet.
Weitere Infos unter makeupyourmind.blogsport.de

27.11. – Veranstaltung: Trojaner, Wanzen, Online Durchsuchungen

Di. 27.11.2007, 19 Uhr Rote Flora
Wolfgang im Wunderland

Online Durchsuchung, Vorratdatenspeicherung und Telefonüberwachung. Anhand eines aktuellen Falles wollen wir zeigen, wie Überwachung durch Ermittlungsbehörden derzeit aussieht. Anhand der Beispiele Online Durchsuchung und Vorratsdatenspeicherung werden wir einen Ausblick darauf bieten, wie die Überwachungspraxis sich zukünftig entwickeln wird.